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Projektidee

Das hundertjährige Jubiläum bietet Gelegenheit Yuns Musik in Erinnerung zu rufen und einen Blick auf seine erschütternde Geschichte zu werfen. So erlebte er die Besetzung der Japaner, studierte Komposition in Japan und Europa und wurde in Berlin vom südkoreanischen Geheimdienst nach Seoul entführt, gefoltert und eingesperrt. Durch internationalen Druck wurde er schliesslich freigelassen und verbrachte den Rest seines Lebens im Exil in Deutschland.

Mit dem Ziel eine Brücke von Isang Yun ins 21. Jahrhundert zu schlagen, habe ich mich auf die Suche nach Geschichten von Menschen begeben, die in der heutigen Zeit Ähnliches erlebt haben wie Yun vor siebzig Jahren. Dabei bin ich auf Texte von jugendlichen Geflüchteten gestossen, die vor zehn Jahren in die Schweiz migriert sind und die Integrationsklasse BVS Biel besucht hatten. Der Schriftsteller Francesco Micieli motivierte die Schülerinnen und Schüler damals, ihre Lebensgeschichten aufzuschreiben. Aus diesen Texten entstand das Buch „Hoi. Ich erzähle meine Geschichte.“

In „Fluchtgespräche“ verband ich Ausschnitte aus dem eben erwähnten Buch mit autobiografischen Texten des Komponisten Isang Yun aus „Der verwundete Drachen“ zu einer Art Gedicht. Neben, über und unter diesen neu entstandenen Text setzte ich die ersten drei Etüden für Flöte Solo von Yun.

Es entstand ein Teppich, gewoben aus Lebenssituationen von Menschen aus verschiedenen Ländern, die in unterschiedlichen Zeiten lebten/leben und verschieden alt sind. Die Geschichte von Yun steht im Zentrum. Die anderen Figuren respektive Stimmen sind eine Art Echo auf die Texte von Yun. Sie beleuchten und verdeutlichen Yuns Schicksal mit Erfahrungen aus der heutigen Zeit. Das Weltgeschehen wiederholt sich...

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